Wenig Sex = schlechte Beziehung?

Oft glauben Paare, dass etwas mit der Partnerschaft nicht stimmt, wenn sie nicht mehr so oft miteinander schlafen. Paarberater Michael Mary widerspricht – und erklärt, wie es gelingen kann, die Erotik dennoch zu bewahren

Was tun, wenn's nicht mehr rund läuft?

Was tun, wenn's nicht mehr rund läuft?

Wenn in der Beziehung das rauschhafte Begehren abflaut, zweifeln Frauen häufig an sich und ihren Gefühlen und befürchten, dass ihre Partnerschaft am erotischen Mittelmaß zerbrechen könnte. Eine verständliche Angst, herrscht doch vielerorts noch die Meinung "guter Sex = gute Beziehung". Dieser Glaube hält sich hartnäckig. Aber ein maues Sexleben (Hier erzählt ein Paar, wie sich das anfühlt) bedeutet keineswegs, dass die Beziehung nicht mehr stimmt. Im Gegenteil: Liebe wird stabilisiert durch Vertrauen, Gleichheit und Sorge füreinander. Doch genau diese Qualitäten können die Lust gefährden. Irgendwann gibt es im Bett keine Grenzen und keine Abwechslung mehr, die Spannung geht flöten. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Erotik folgt ganz eigenen Gesetzen

Am besten kommen Paare mit dieser Tatsache klar, wenn sie ein paar Illusionen über Beziehungen über Bord werfen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Was steht für Sie in der Partnerschaft aktuell im Vordergrund? Vielleicht haben sich Ihre Prioritäten zum Beispiel unbemerkt von der leidenschaftlichen Liebe mit aufregenden Sexnächten wegverlagert. Sind Sie und Ihr Partner inzwischen ein gut funktionierendes Team, das sich gleichberechtigt die Erziehung der Kinder, die finanziellen Lasten und den Haushalt teilt? Dann leben Sie die partnerschaftliche Liebe. Oder unterstützen Sie sich gegenseitig bei der Verfolgung Ihrer individuellen Ziele, etwa bei dem Wunsch, eine eigene Firma aufzubauen oder ein Yogastudio zu eröffnen? Dann leben Sie die kameradschaftliche Liebe. Diese Liebesformen können auch ineinander übergehen. Doch was auch immer Ihre Liebe im Kern ausmacht: Ihre erotische Beziehung können Sie bewahren, wenn Sie sich bewusst machen, dass Sex ein eigenes System ist. Lust braucht Abstand und Neues, Liebe dagegen Absprachen, Verständnis und Verlässlichkeit.

Riskieren Sie etwas für die Liebe

Es ist nicht immer leicht, die erotische Beziehung zu bewahren, aber es kann gelingen. Meist sind Paare, die das versuchen, auch dazu bereit, etwas für ihre Liebe zu riskieren. Sie gehen zum Beispiel das Wagnis ein – und es ist ein Wagnis –, ihre Unzufriedenheit auszusprechen und einfach zu sagen: Ich bin unzufrieden mit unserem Sexleben. Wie geht’s dir damit? Trauen Sie sich das doch mal! Die meisten von uns glauben, ihren Partner in- und auswendig zu kennen, in etwa nach dem Motto: "Er redet über so etwas nicht" oder "Da macht er nie mit". Tatsächlich wissen wir weniger vom anderen, als wir glauben. Und Offenheit birgt zwar eine gewisse Verletzungsgefahr, aber sie eröffnet auch die Chance, das Neue und Fremde zu entdecken, für das die Gewohnheit blind gemacht hat. Reagiert Ihr Partner interessiert, könnten Sie beide als Nächstes konkret aussprechen, was Sie im Bett wollen. Vielleicht ergibt sich etwas, das Sie gerne ausprobieren möchten. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich etwas Gutes daraus entwickelt.

Mein wichtigster Rat ist, erst mal miteinander zu reden. Denn es wird immer wieder Herausforderungen in Ihrer Beziehung geben, auch sexuelle. Darauf kann man sich nicht vorbereiten, auch wenn wir gerne alles unter Kontrolle haben wollen. Um Lösungen zu finden, ist das Wichtigste, dass Sie beide Ihre Beziehung grundsätzlich gut finden. Es gibt allerdings keine Kriterien, die allgemeingültig sind, was die Qualität einer Beziehung ausmacht oder wie eine gelungene Partnerschaft zu sein hat. Denn das verhandelt doch jedes Paar ganz individuell für sich – ganz gleich, was andere behaupten. Wenn Sie und Ihr Partner beispielsweise in getrennten Wohnungen leben wollen, ist das für Sie vollkommen in Ordnung. Lassen Sie sich da bloß nichts anderes einreden. Eine Beziehung ist gut, solange beide sie gut finden. Sex ist gut, solange beide ihn gut finden. Punkt. Der eine will bestimmte Praktiken, der zweite mag Zärtlichkeit, der dritte spontane, schnelle Begegnungen. Und Sie? Was ist Ihnen im Bett wichtig? Das können Sie daran erkennen, dass Sie Spaß daran haben und sich schon bald danach sehnen, es wieder so zu machen. Ganz einfach eigentlich.

Übrigens: 5 Gründe, warum Sie morgens Sex haben sollten.

Der Experte

Michael Mary ist für seine provokanten Thesen zu Beziehungen bekannt, z. B. in seinem Buch "Mythos Liebe", Bastei Lübbe Verlag. Er arbeitet als Paar- und Singleberater in seiner Praxis in Hamburg. Sein aktuelles Buch: "Liebe leben – wie Beziehungen erhalten bleiben" (16,50 Euro), im Online-Shop auf michaelmary.de.

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